Angst und Furcht begegnen

Aktualisiert: 16. März

Angst ist eine ganz menschliche Reaktion auf mögliche Gefahren und bedrohliche Situationen. Dass wir uns unter den momentanen Umständen nicht sicher fühlen, ist nur allzu verständlich! Weder Achtsamkeit noch Meditation können und sollten uns von einer berechtigten Sorge befreien. Angst, in ihrer ursprünglichen Form, gibt wichtige Hinweise und lädt uns ein, auf unser Leben und das unserer Mitmenschen acht zu geben.

Wandelt sich diese initiale Angst allerdings in eine anhaltende Furcht, ein beständiges Sich-Sorgen, eine Rastlosigkeit des Körpers oder der Gedanken oder gar in ein Erstarren, dann leiden wir. Unter diesen Umständen wollen wir genau hinsehen, um die Dynamiken der Furcht und Sorge zu verstehen und zu beruhigen.


Die folgenden zwei Fragen sind mögliche Inspirationsquellen in diesem achtsamen Prozess:

  • Was lässt meine Furcht / Sorge regelmäßig soweit anwachsen, dass sie mich überfordert?

  • Was hingegen vermittelt mir Sicherheit, Halt und Zuversicht?

Die erste Frage lässt uns wach werden dafür, welche Eindrücke wir in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stellen und welche Auswirkung diese auf uns haben.

  • Wie geht es mir, wenn ich über Krisen lese, mir Bilder ansehe, darüber spreche?

  • Wie viele Informationen brauche ich, um mir ein Bild von der Lage zu machen - und wie viele Informationen nehme ich darüber hinaus in mich auf?

  • Welche Art von Gesprächen helfen mir - und welche befüttern meine Ängste weiter?

  • Welche Art von Gedanken und Selbstgesprächen nähren die Angst oder bringen mich immer wieder mit ihr in Kontakt?

Die zweite Frage lädt uns zu einer Suche nach möglichen Ressourcen und Quellen ein, mit denen es uns gelingen kann im Hier und Jetzt Halt, Kraft und Zuversicht zu finden. Sich dem Nährenden zuzuwenden bedeutet nicht, dass wir uns vom Leid anderer abwenden oder es ignorieren. Wir tun dies vielmehr in dem Wissen, dass Qualitäten wie Mitgefühl, Klarheit und Gelassenheit nur dann entstehen und bestehen können, wenn wir selbst verankert und geerdet sind. Kraftlos und kopflos leiden wir selbst und sind auch anderen keine Hilfe!

  • Welches körperliche Empfinden kann ich hier und jetzt wahrnehmen, das mir ein Gefühl von Stabilität, Sicherheit oder Geborgenheit vermittelt? Kann ich meine Achtsamkeit darauf verwenden mit diesem Erleben für einige Atemzüge zu verweilen?

  • Welche kleinen Dinge kann ich im Alltag tun, die mich auf einfache Weise erfreuen? Zum Beipiel an der Wärme einer Tasse Tee, dem Gefühl der Sonne auf der Haut oder an der Freude über die neu erblühten Blumen im Garten? Darf ich zulassen, dass ich mich an diesen Eindrücken stärke?

  • Welche kleinen Gesten der Freundlichkeit und des Mitgefühls durch andere habe ich in den letzten Tagen erlebt? Wo sehe ich wertvolle Qualitäten in anderen? Und wo erkenne ich wertvolle Qualitäten, Stärken und Fähigkeiten in mir selbst?

Wenn wir uns wünschen wach zu sein in dieser Welt und dem Leid anderer mit Mitgefühl begegnen wollen, dann ist es unerlässlich, dass wir uns im Kleinen aber Feinen immer wieder zu stärken wissen. Angst ist ein Teil des Erlebens - den wir wahrnehmen als wichige Informationsquelle, der uns aber nicht vor sich hertreiben soll!

(Photo by Jilbert Ebrahimi on Unsplash )

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